Aktuelles: Kurs halten...



08.04.2018: Ministerin Prien: "Nicht für jeden das gleiche Rezept"

SHZ-Interview vom 4. April 2018; Details in der Printausgabe:
Ministerin Prien konkretisiert ihre Pläne zum "Bildungsbonus" ab 2019

  • Der "Gang in die Fläche" resultiert aus zusätzlichen Bedarfen auch an Schulen außerhalb der kreisfreien Städte.
  • Brennpunktschulen in Kiel, Lübeck, Neumünster und Flensburg werden bereits jetzt mit - landesweit - 13 Stellen unterstützt.
  • Bis Spätsommer 2018 wird ein Konzept zum Bildungsbonus entwickelt, das dann breit öffentlich diskutiert wird.
  • "Geld und Lehrerstellen sind das eine, Schulentwicklung ist am Ende aber der entscheidende Faktor."
  • Gemessen werden soll, "wie erfolgreich Schulen mit den zusätzlichen Mitteln umgehen".
  • Konzeptbausteine: "Es wird um mehr Stunden aller Lehrer, Sozialarbeiter oder Schulpsychologen gehen, aber eben auch um Unterstützung bei Schulentwicklungsprozessen, um Fortbildungen für ganze Kollegien, Management-Unterstützungen für Schulleitungen oder eine Entlastung durch eine zusätzliche Verwaltungskraft."
  • "Das Thema Leitungszeit wird auch eine Rolle spielen." "Turnusmäßig" und - so die Ministerin - nicht etwa angestoßen durch die jüngsten Überlastanzeigen zweier Kieler Schulleiter - von insgesamt 800 Schulen.
  • Auch kleinere Klassenfrequenzen sind "ein nachrangiges Problem". Sie machen - so die Ministerin -  den Unterricht nicht leichter, sind aber ressourcenintensiv.
  • "Schulen am Wind" haben - so die Ministerin - der Einladung zur Mitarbeit an der Arbeitsgruppe zum Bildungsbonus bislang leider "nicht Folge geleistet".
  • "Es gibt keinen Alleinvertretungsanspruch einzelner Gruppen für besonders schwierige Schulen".

 

Kommentar des Vereins

  • Die Zuweisung von 14 bzw. 21 Stunden wöchentlich für die wohl schwierigsten Standorte des Landes kommentiert die Ministerin mit: "Das ist schon eine Hausnummer"! Hier wird deutlich, dass unsere Vorstellungen von wirksamer Unterstützung meilenweit auseinanderliegen.
  • Fortgesetzt wird die Strategie, "Schulen am Wind" ihre pädagogische Expertise abzusprechen. Diese Schulen sind (!) "entwickelt". Es geht nicht primär um Schulentwicklung, sondern um wirksame Entlastung - als Wertschätzung für eine bereits jetzt hoch professionelle Arbeit.
  • Es bleibt das Geheimnis der Ministerin, auf Basis welcher Indizien sie vorrangige Entwicklungs- und Fortbildungsbedarfe gerade bei denjenigen Kollegien und Schulleitungen identifiziert, die sich erfolgreich um diese anspruchsvolle Schülerklientel kümmern - meilenweit entfernt etwa von Rütli 2006!
  • Wir begrüßen, dass die Leitungszeit jetzt zum Thema wird - leider erst 2019. Überlastanzeigen und die Berichterstattung der KN vom 03.04.2018 (siehe unten) dürften diese Entscheidung beflügelt haben.
  • Leider lässt die Ministerin beim Hinweis auf die nur geringe Zahl von Überlastanzeigen von Schulleitern offen, ob die beantragte Entlastung gewährt wurde. Dies würde einiges erklären. Ebenso wie der Frust, die Angst und die Ohnmacht in den Schulleitungen, von denen die KN am 02.02.2018 berichten. 
  • Dankbar wären wir für einen Hinweis der Ministerin auf ihr offenbar vorliegende Ergebnisse der Bildungsforschung: Weist diese tatsächlich aus, dass das Unterrichten auch an Brennpunktschulen (!) bei kleineren Lerngruppen "nicht leichter wird"? Mit dieser Meinung dürfte sie ziemlich allein stehen - meilenweit entfernt von unseren Erfahrungen.
  • Sicherlich ist der Ministerin bekannt, dass die erste offizielle Einladung zur Arbeitsgruppe "Bildungsbonus" vom 10. April 2018 datiert - eine Woche nach (!) ihrem Interview. Und sicherlich erinnert sie sich an das frostige "Gespräch" vom 10. Okt. 2017, in dem eine zusätzliche Ressourcen bedingende Unterstützung auch nicht ansatzweise zur Sprache kommen sollte (siehe unten). "Schulen am Wind" verweigern sich nicht.
  • Zum - vermeintlichen - Alleinvertretungsanspruch für schwierige Schulen: Auf Basis diverser Kontakte und Rückmeldungen gehen wir - wenig überraschend - tatsächlich davon aus, dass die von uns artikulierten Vorstellungen repräsentativ für die Brennpunktschulen im Land stehen. Es gibt insofern keine Interpretationshoheit der Ministerin.

03.04.2018: Einspruch gegen Pries Bildungsbonus

Bericht Frank Jung, SHZ, Details in der Printausgabe

  • Schulpraktiker von "Schulen am Wind" erheben in einem Schreiben an Ministerin Prien Widerspruch gegen geplante Schwerpunkte des "Bildungsbonus".
  • Konträr zum Impuls des Vereins vom September 2017 - dem Ausgang der aktuellen Debatte - favorisiert Ministerin Prien die Grundschulen, den ländlichen Raum und Fortbildungen für Lehrer und Schulleitungen. "Unseren Kollegen stößt es bitter auf, wenn man ihnen mangende Expertise unterstellt. Damit fehlt es an Wertschätzung für ihre gute Arbeit."
  • Was hingegen vor allem fehlt, ist Zeit: Außer Acht bleiben wirklich entlastende Aspekte wie mehr System- und Leitungszeit sowie kleinere Klassenfrequenzen: "Um die ressourcenintensiven Fragen drückt sich das Land."
  • "Es ist kein Phänomen nur von Kiel": Die zugesagte Millionen-Hilfe dürfte gerade für die 20 herausforderndsten Schulen auch in Lübeck, Neumünster und Flensburg reichen. "Wenn ich das Geld zu sehr verteile, um die ganze Welt glücklich zu machen, ist am Ende keiner glücklich."
  • Zukunft offen: Priens Pläne lassen ferner nirgends erkennen, wie - existenzsichernd! - die besten Lehrer für die schwierigsten Schulen gewonnen werden können. Ohne Stundenreduzierung oder mehr Gehalt suchen sich Lehrkräfte komfortablere Standorte aus. An "Schulen an Wind" wird bereits jetzt 20 bis 25 % des Unterrichts durch nicht fertig ausgebildete Lehrkräfte erteilt.

Ergänzung: SPD - Schulen am Wind: Landtagsbeschlüsse sind einzuhalten

  • Unter Bezugnahme auf die  oben dokumentierte Berichterstattung mahnt die SPD-Landtagsfraktion die Einhaltung des Landtagsbeschlusses vom 22. Sept. 2017 an: Konzepterstellung zum Bildungsbonus bis 3. Quartal 2018, keine Fokussierung auf Grundschulen und den ländlichen Raum.
  • Martin Habersaat: "Die Irritation des Vereins 'Schulen am Wind' teile ich."

03.04.2018: Überlast: Brennpunkt-Schulleiter schlagen Alarm

KN-Bericht von Jürgen Küppers, 03.04.2018 (mehr Details in der Print-Ausgabe):
"Zu viel Arbeit: Kieler Lehrer reichen Überlastanzeige beim Ministerium ein - Ziehen Pädagogen vor Gericht?"

  • Ministerium bestätigt Überlastanzeigen von Schulleitern wegen steigender Arbeitsbelastung.
  • Inklusion, Flüchtlingsaufnahme und ausufernde Verwaltungsaufgaben erzwingen eine Überlast von bis zu einer Arbeitswoche pro Monat. Denn: Anders als z.B. in Hamburg erteilen auch Schulleiter an Brennpunkten Unterricht bis zu einer halben Planstelle.
  • Studien aus Niedersachsen und Hessen belegten eine Überlast von 25 - 50 %. Hier und in Berlin konzentriere sich die Diskussion auf System- und Leitungszeit. In Hamburg liegen die Klassenfrequenzen bei 18-20 Kindern. SH sei davon "meilenweit entfernt".
  • Die Reduzierung der Unterrichtsverpflichtung hat das Ministerium abgelehnt - Begründung offen.
  • Erwogen wird jetzt eine gerichtliche Klärung. Bereits 2015 entschied das Oberverwaltungsgericht (OVG) Niedersachsen: Entscheidungen zur Arbeitszeit müssen durch empirische Untersuchung der tatsächlichen Arbeitsbelastung abgesichert werden. Das OVG beruft sich dabei auf die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zur Fürsorgepflicht.
  • Das Ministerium bestätigt: Entsprechende Untersuchungen liegen für Schleswig-Holstein nicht vor.

Kommentar des KN-Redakteurs:

  • Überlastanzeigen der Schulleiter sind alles andere als Jammern auf hohem Niveau: Das Berufsbild hat sich extrem gewandelt "vom Didaktiker zum Statistiker, vom Schülerversteher zum Krisenmanager".
  • Nicht gewandelt: Die Bemessung der Lehrerarbeitszeit - fernab der Realität.
  • Überfällig: Bewertung auch der über den Unterricht hinaus geleisteten Arbeit - und entsprechendes Handeln des Ministeriums.

 


07.03.2018: Ministerin verspricht schelle Hilfe - "Schulen am Wind" skeptisch

KN-Bericht und Interview mit Ministerin Prien (in der Printausgabe) am 07.03.2018:
"Ministerin verspricht schnelle Hilfe für Brennpunktschulen"

  • In Aussicht gestellt werden - wie bereits bekannt - bis zum Ende der Legislatur 29 Mio. € als Unterstützung für Brennpunktschulen, 2 Mio. bereits 2019. Der nötige Sozialatlas werde Ende 2018 vorliegen.
  • Der Schwerpunkt werde auf den Grundschulen liegen - und auch nicht auf dem städtischen Raum.
  • Lehrer und Schulleitungen sollen besonders fortgebildet werden. Es könne auch eine Aufstockung der Kollegien und Unterstützung von Schulsozialarbeitern geben.
  • Ministerin Prien lobt den erfolgreichen Turnaround der Berliner Rütli-Schule als Positiv-Beispiel.
  • "Schulen am Wind" bleiben skeptisch: Statt weicher Faktoren "brauchen wir kleinere Klassen, mehr Sozialpädagogen, mehr Stunden für Krisenintervention und Leitungsaufgaben."
Kommentar des Vereins:
  • Die Expertise der Lehrkräfte und Schulleitungen an "Schulen am Wind" ist unstreitig.
  • Weiche Faktoren wie Beratung und Fortbildungen bringen KEINE Entlastung für Lehr- und Leitungskräfte - im Gegenteil. Vgl. auch Reaktion der GEW.
  • Dass die Gemeinschaftsschulen in den Städten nicht gleichberechtigt unterstützt werden sollen, ist angesichts der dort existenzgefährdenden Bedingungen grotesk.
  • Unverzichtbar bleiben - wie etwa in Hamburg und Berlin - mehr System- und Leitungszeit und - zur Entlastung der Lehrkräfte in hoch brisanten Lerngruppen - die Reduktion der Klassenfrequenzen.
  • Die Berliner Rütli-Schule - 2009 umbenannt in Rütli-Campus - wurde mit einem Volumen von 32 Mio. € komplett neu aufgebaut. Es arbeiten dort 30 Sozialpädagogen, auf dem Gelände gibt es zwei Kindertagesstätten, eine gymnasiale Oberstufe, mehrere Werkstätten, das Jugendamt, einen Werkschutz und potente Kooperationspartner wie große Theater, Musikschule, Orchester und Sprachreisen.  Wir wären dabei, Frau Ministerin! An mindestens 20 Standorten! Mit "Fortbildung" allein wäre es dann allerdings nicht getan...
  • "Schulen am Wind" haben der Landesregierung offene Fragen zu 4 wichtigen Baustellen gestellt, Details auf der Seite "Wellenschlag" unter Punkt IX.

 


21.02.2018: Berlin: 2 Std. "Systemzeit" für Brennpunktschulen

  • Berlin investiert 8,6 Mio. in die Reduktion der Pflichtstunden (Systemzeit) an prekären Standorten von i.d.R zwei Stunden. Zunächst waren Gehaltszuschläge von bis zu 300 €, geplant.
  • Detail unter VII auf der Seite "Wellenschlag".

02.02.2018: Bericht der Kieler Nachrichten: "Frust und Angst" an Brennpunktschulen

Bericht Jürgen Küppers, KN:

  • "Schulen am Wind" beklagen ungerechte Verteilung der Lasten im DaZ-Bereich.
  • Vertreter - anderer - Kieler Schulen bestätigen bei GEW-Treffen "Frust, Zorn und Ohnmacht".
  • Auch Grundschulen und Förderzentren fühlen sich "im Stich gelassen".
  • Sorge vor Repressalien der Schulaufsicht zwingt zur Anonymität.
  • Ministerin Prien bestreitet "Rügen und Zurechtweisungen".
Kommentar des Vereins:
  • Die Einschätzung der Ministerin deckt sich nicht mit unserem Erfahrungs- und Kenntnisstand.

24.01.2018: Kiel: Belastungs-UN-gerechtigkeit eindrucksvoll bestätigt - DaZ-Zuweisung

Am Beispiel der Landeshauptstadt lässt sich aktuell zeigen, dass die Belastungsungerechtigkeit bei den Integrationsaufgaben zum 1. Febr. 2018 weiter zementiert wird:

  • Von den 62 neuen DaZ-Aufbauschülern nehmen die Kieler Gemeinschaftsschulen 57 (92 %) auf...
  • ... die acht Gymnasien insgesamt zusammen nur 5 (8 %); rechnerisch muss jedes Gymnasium also mit 0,625 zusätzlichen DaZ-Kindern zurechtkommen.
  • Die Gemeinschaftsschule mit dem ohne höchsten Migrationsanteil allein nimmt doppelt so viele Schüler auf wie alle Gymnasien zusammen.

10.01.2018: SHZ: Hilferuf der Brennpunktschulen

Bericht unter der Überschrift "Wo der Unterricht lahmgelegt wird":

  • Neuer, von Kieler Pädagogen initiierter Verein versteht sich als Sprachrohr prekärer Schulstandorte mit geballter Problemklientel.
  • Betroffen sind ca. 20 Brennpunktstandorte, vor allem in den Städten wie Kiel, Lübeck und Neumünster.
  • Auch hohe pädagogische Kompetenz kann nur wirksam werden bei ausreichend Ressourcen für kleinere Klassen von 18 - 20 Schülern, drei Stunden "Systemzeit" für stark geforderte Lehrkräfte und mehr Schulsozialarbeit von ca. 10 Std. je Klasse.
  • Modellprojekte könnten und sollten bereits zeitnah etabliert werden, nicht erst 2019.
  • Zwingend erforderlich sind auch wirksame Anreize für die besten Lehrkräfte, um sie für die schwierigsten Standorte zu gewinnen - etwa eine bessere Bezahlung oder weniger Pflichtstunden.
  • Spannend bleibt, ob der Verein nicht nur einen Impuls für die Einführung des Bildungsbonus liefert, sondern auch bei der Programmentwicklung beteiligt wird.
  • Geplant ist die stärkere Vernetzung betroffener Schulstandorte.
  • Kommentar des Redaktionsmitglieds Frank Jung: "Bedenklich, dass sich Schulleiter dafür zum Umweg eines Vereins gezwungen sehen."

 


14.12.2017: ZEIT: Mehr Ungleichheit, bitte!

  • "Unterprivilegierte privilegieren!" fordert die ZEIT angesichts des eklatanten Mangels an Chancengleichheit im Bildungsbereich. Fair wäre ein Ausgleich der Defizite, "mit mehr Personal, in kleineren Gruppen, durch längeres Lernen".
  • Ohne diese Maßnahmen "stoßen auch die besten Lehrer an ihre Grenzen".
  • Detail unter VIII auf der Seite "Wellenschlag".

06.12.2017: Regierungskoalition zieht Bildungsbonus vor

Gemeinsame Presseerklärung von CDU, Grünen und FDP: "Mehr Personal, mehr Qualität [...]."
  • Vorziehen der Einführung des Bildungsbonus auf 2019, aufbauend:
    • 2019/20: 2 Mio. €,
    • 2020/21: 8 Mio. €,
    • 2022/23: 10 Mio. €.
  • "Die Mittel dienen dazu, Grundschulen und weiterführende Schulen in der Sekundarstufe I an prekären Standorten personell besser auszustatten." Laut Kieler Nachrichten vom 7. Dez. nennen die Koalitionäre als Beispiel Kiel-Gaarden und Kiel-Mettenhof, die u.a. zusätzliche Lehrkräfte und Sozialarbeiter realisieren können.
  • Ziel auch: höhere Anzahl gebundener Ganztagsschulen.
  • Zeitgleich: Unterstützung der Gymnasien bei G8-G9-Umstellung (NDR-Bericht) und beim Ausbau der Ganztagsangebote.

Kommentar des Vereins:

  • Die Vorverlagerung von 2020 auf 2019 verkürzt die Karenzzeit auf zwei Jahre. Dennoch dulden die akuten Bedarfe keinen Aufschub.
  • Die finanziellen Volumina ab 2020 scheinen plausibel, sofern sie tatsächlich primär den prekären Standorten zugute kommen.
  • Offen bleibt, ob die von uns präzisierten Erfolgsbedingungen zentrale Konzeptbausteine werden. Von System- und Leitungszeit ist bisher ebenso wenig die Rede wie von der Reduktion der Klassenfrequenzen.

02.12.2017: Bildungsexperten: Bildungssystem produziert Verlierer

Bericht / Petition

  • 186 Bildungsexperten - darunter äußerst renommierte - monieren in einem Brandbrief die persistierende Ungerechtigkeit des Bildungssystems.
  • Damit Bildungsgerechtigkeit nicht in immer weitere Ferne rückt, fordern sie einen Bildungsrat und starten eine Petition.
  • Details unter VI. auf der Seite "Wellenschlag".

10.10.2017: Gespräch "Schulen am Wind" - Bildungsministerium

  • 1. Gespräch zwischen "Schulen am Wind", Ministerin Karin Prien und der Schulaufsicht.
  • An die auf ausdrücklichen Wunsch der Ministerin vereinbarte Verschwiegenheit sieht sich das Ministerium - wie aus einer Mitteilung an die Kieler Nachrichten vom 8. Dez. hervorgeht - offenbar nicht mehr gebunden.
  • Deutlich wurde im Gespräch:
    • Mit einer zeitnahen Unterstützung ist nicht zu rechnen. Der Bildungsbonus kommt frühestens 2020.
    • Die Landesregierung fokussiert in konzeptioneller Hinsicht auf Aspekte wie Elternarbeit und Fortbildung.
    • Vom Verein identifizierte wesentliche Problembereiche und Erfolgsbedingungen wie System- und Leitungszeit oder die Rekrutierung geeigneter Nachwuchslehrkräfte wurden hingegen nicht thematisiert.
    • Die Frage der Reduzierung der Klassenfrequenzen bewertet "Schulen am Wind" nicht primär unter dem Aspekt des Lernerfolges, sondern - weit vorher - unter der Zielsetzung der Ermöglichung von Unterricht überhaupt.
  • Weitere Gespräche sind aus Sicht des Vereins vor diesem Hintergrund zurzeit nicht zielführend.
  • Atmosphärisch ging es eher frostig zu: Die Kaffeetassen blieben unberührt...

22.09.2017: Landtagssitzung zu "Schulen am Wind"

Plenarprotokoll:

  • Die AfD
    • fordert die Begrenzung der Klassenfrequenz auf 18 Schüler/innen als Sofortmaßnahme
    • spricht sich aus für die Erhebung der konkreten Belastung prekärer Standorte als Basis für die zeitnahe Einführung eines Sozialfaktors.
  • Die SPD
    • gibt an, der Verein stünde seit Ende 2016 in Kontakt mit dem Ministerium
    • bestätigt deutliche Standortunterschiede bei der Bewältigung der Aufgaben Integration, Inklusion und Differenzierung
    • votiert für die Einführung eines Sozialindex als Basis für die zusätzliche Förderung durch Lehrkräfte, Schulsozialarbeit und Geldmittel.
  • Die CDU
    • spricht sich aus für die Unterstützung insbesondere solcher Schulstandorte, in denen Migrationsquote, Transferleistungen etc. einen besonderen Unterstützungsbedarf erkennen lassen
    • votiert für die Erstellung eines Konzeptes bis zur 2. Jahreshälfte 2018.
  • Bündnis 90/Die Grünen
    • sprechen sich gegen die Senkung der Klassenfrequenzen aus, weil dies hinsichtlich der Schülerleistungen nicht wirksam sei
    • erwartet ein Konzept zur sicheren Identifizierung von Schulen mit besonderen Bedarfen und Aussagen zu wirkungsvollen pädagogischen Maßnahmen.
  • Die FDP
    • votiert für die Stärkung der präventiven Arbeit an Schulen und die Verbesserung der Schulsozialarbeit
    • lehnt die Reduzierung der Klassenfrequenzen ab.
  • Ministerin Karin Prien
    • spricht sich aus für gute Konzepte, eine bessere Personalausstattung - insbesondere in der frühkindlichen Bildung und den Grundschulen -, für mehr Lehrerfortbildungen und eine bessere Elternarbeit
    • bewertet das in Hamburg realisierte Konzept kritisch
    • gibt an, mit "Schulen am Wind" sei auch unter der alten Landesregierung bereits gesprochen worden. 

 

Kommentar des Vereins:

  • Parteiübergreifender Konsens besteht offenbar - entsprechend unserer Kernforderung - bzgl. der Notwendigkeit, Schulen mit besonderen Herausforderungen wirksamer zu unterstützen und die Ressourcenzuweisung abhängig zu machen von sozialen Indikatoren: Ungleiches ungleich behandeln!
  • Sofern der Verein "Schulen am Wind" gemeint ist , so hat es Gespräche mit diesem vor dem KN-Bericht vom 06.09.2017 nicht gegeben, weder unter der alten noch unter der neuen Landesregierung. Die aktuelle Debatte resultiert aus der jüngsten Initiative des Vereins.
  • Erstaunen darf der Ruf nach Konzepten und externer Expertise: "Schulen am Wind" stellen jeden Tag unter Beweis , dass sie sich - angesichts der Bedingungen eigentlich erwartungswidrig - bereits jetzt auf hohem professionellen Niveau zielführend um die Förderung ihrer Schülerinnen und Schüler bemühen.
  • Erstaunen darf insofern auch, dass die von uns formulierten Erfolgsbedingungen in der Debatte so gut wie keine Rolle spielen. Im Gegenteil: Insbesondere an der Wirksamkeit der Reduktion der Klassenfrequenzen  werden erhebliche Zweifel angemeldet. Hier geht es aber nicht primär um Lernerfolge, sondern überhaupt um die Ermöglichung von Unterricht. Es macht einen Unterschied, ob 5 I-Kinder, 20 % DaZ-Kinder und 3 "Systemsprenger" in einer Lerngruppe von 18 oder 27 Schüler/innen vertreten sind.
  • Erstaunen darf schließlich, dass die Debatte an keiner Stelle Bezug nimmt auf die Belastungssituation der Lehrkräfte und Schulleitungen sowie auf die Frage, wie es gelingen kann, überhaupt noch geeignetes Personal für Brennpunktschulen zu rekrutieren, ohne eine flankierende Unterstützung anbieten zu können. Diese Situation gefährdet den Bestand der Schulen hier und heute.
  • Fazit: Eine wirksame Unterstützung ist allenfalls am Horizont erkennbar. Die Landesregierung fasst 2020 ins Auge. Wetterbedingt dürften das für "Schulen am Wind"  drei (weitere) lange Jahre werden. 
  • Zu Hamburg: Das Hamburger System der Qualitätssicherung gilt unter Experten - auch hinsichtlich der Migrationsproblematik - derzeit als das fortschrittlichste in Deutschland, vgl. ZEIT 13. Okt. 2017.


22.09.2017: Ministerin Prien: Ankündigung eines "Bildungsbonus"

Presseerklärung:

  • Erarbeitung eines Konzepts unter Beteiligung von CAU, IPN und IQSH
  • kein "Gießkannenprinzip" 

20.09.2017: Antrag CDU / Grüne / FDP: Bildungsbonus einführen

Alternativantrag:

  • Schulen mit besonderen Herausforderungen mit "Bildungsbonus" stärken
  • Konzeptentwicklung bis 3. Quartal 2018 

14.09.2017: Antrag SPD: Erarbeitung eines "Sozialindex"

Alternativantrag:

  • Erarbeitung eines "Sozialindex" für schleswig-holsteinische Schulen
  • Beteiligung des Bundes

07.09.2017: Antrag AfD: Erarbeitung eines "Sozialfaktors"

Antrag:

  • Einführung eines "Sozialfaktors" bei der Lehrerzuweisung
  • Reduzierung des Klassenteilers auf 18

07.09.2017: Bericht der Kieler Nachrichten - Kontroverse um Brennpunktschulen

Bericht:

  • Kontroverse der GEW mit dem Bildungsministerium aufgrund der Vereinsgründung
  • Bildungsministerium kündigt "Bildungsbonus" erst für 2020 an
  • Ankündigung eines Meinungsaustausches zwischen Verein und Ministerium

06.09.2017: Kommentar des Redakteurs der KN, Jürgen Küppers

Kommentar:

  • "Respekt und Anerkennung" für das Öffentlichmachen der Aufgaben und Lösungsansätze

06.09.2017: Kieler Nachrichten: Kieler Pädagogen schlagen Alarm

Bericht:

  • Vereinsgründung zur Sensibilisierung für die Bedarfe von Schulen an prekären Standorten
  • Verein als Lobby für Schüler/innen mit besonderem Unterstützungsbedarf
  • Kriterien für eine erfolgreiche pädagogische Arbeit

25.08.2017: shz: Migration überfordert Schulen im Norden

Bericht aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts:

  •  Bildungsministerin Karin Prien spricht sich für eine "gute Mischung" aus, damit Integration gelingen kann: Mehr als 30 % Kinder mit schwachen Deutschkenntnissen seien nicht wünschenswert.
  • Für jede 10. Schule in Schleswig-Holstein trifft dies nicht zu. In 6 Gemeinschaftsschulen stellen diese Schüler/innen gar die Mehrheit.
  • Zum Schuljahr 2017/18 wechseln weitere 2732 Kinder aus DaZ-Basiskursen in die Regelklassen.
  • Ein Förderkonzept soll erst bis 2020 greifen.

05.04.2017: Eintrag im Vereinsregister des Amtsgerichts Kiel; Bestätigung der Gemeinnützigkeit


27.02.2017: Information des Bildungsministeriums über die Initiative


14.12.2016: Gründung des Vereins "Schulen am Wind e.V."