Aktuelles: Kurs halten...



02.02.2018: Bericht der Kieler Nachrichten: "Frust und Angst" an Brennpunktschulen

Bericht Jürgen Küppers, KN:

  • "Schulen am Wind" beklagen ungerechte Verteilung der Lasten im DaZ-Bereich.
  • Vertreter - anderer - Kieler Schulen bestätigen bei GEW-Treffen "Frust, Zorn und Ohnmacht".
  • Auch Grundschulen und Förderzentren fühlen sich "im Stich gelassen".
  • Sorge vor Repressalien der Schulaufsicht zwingt zur Anonymität.
  • Ministerin Prien bestreitet "Rügen und Zurechtweisungen".

24.01.2018: Kiel: Belastungs-UN-gerechtigkeit eindrucksvoll bestätigt - DaZ-Zuweisung

Am Beispiel der Landeshauptstadt lässt sich aktuell zeigen, dass die Belastungsungerechtigkeit bei den Integrationsaufgaben zum 1. Febr. 2018 weiter zementiert wird:

  • Von den 62 neuen DaZ-Aufbauschülern nehmen die Kieler Gemeinschaftsschulen 57 (92 %) auf...
  • ... die acht Gymnasien insgesamt zusammen nur 5 (8 %); rechnerisch muss jedes Gymnasium also mit 0,625 zusätzlichen DaZ-Kindern zurechtkommen.
  • Die Gemeinschaftsschule mit dem ohne höchsten Migrationsanteil allein nimmt doppelt so viele Schüler auf wie alle Gymnasien zusammen.

10.01.2018: shz: Hilferuf der Brennpunktschulen

Bericht unter der Überschrift "Wo der Unterricht lahmgelegt wird":

  • Neuer, von Kieler Pädagogen initiierter Verein versteht sich als Sprachrohr prekärer Schulstandorte mit geballter Problemklientel.
  • Betroffen sind ca. 20 Brennpunktstandorte, vor allem in den Städten wie Kiel, Lübeck und Neumünster.
  • Auch hohe pädagogische Kompetenz kann nur wirksam werden bei ausreichend Ressourcen für kleinere Klassen von 18 - 20 Schülern, drei Stunden "Systemzeit" für stark geforderte Lehrkräfte und mehr Schulsozialarbeit von ca. 10 Std. je Klasse.
  • Modellprojekte könnten und sollten bereits zeitnah etabliert werden, nicht erst 2019.
  • Zwingend erforderlich sind auch wirksame Anreize für die besten Lehrkräfte, um sie für die schwierigsten Standorte zu gewinnen - etwa eine bessere Bezahlung oder weniger Pflichtstunden.
  • Spannend bleibt, ob der Verein nicht nur einen Impuls für die Einführung des Bildungsbonus liefert, sondern auch bei der Programmentwicklung beteiligt wird.
  • Geplant ist die stärkere Vernetzung betroffener Schulstandorte.
  • Kommentar des Redaktionsmitglieds Frank Jung: "Bedenklich, dass sich Schulleiter dafür zum Umweg eines Vereins gezwungen sehen."

 


14.12.2017: ZEIT: Mehr Ungleichheit, bitte!

  • "Unterprivilegierte privilegieren!" fordert die ZEIT angesichts des eklatanten Mangels an Chancengleichheit im Bildungsbereich. Fair wäre ein Ausgleich der Defizite, "mit mehr Personal, in kleineren Gruppen, durch längeres Lernen".
  • Ohne diese Maßnahmen "stoßen auch die besten Lehrer an ihre Grenzen".
  • Detail unter VIII auf der Seite "Wellenschlag".

07.12.2017: Berlin: Brennpunkt-Zuschuss statt "Systemzeit"

  • Berlin investiert 8,6 Mio. in Gehaltszuschläge von 200 - 400 €, denn: ...
  • ... für eine Reduzierung der Pflichtstunden ("Systemzeit") fehlt dass Personal!
  • Detail unter VII auf der Seite "Wellenschlag".

06.12.2017: Regierungskoalition zieht Bildungsbonus vor

Gemeinsame Presseerklärung von CDU, Grünen und FDP: "Mehr Personal, mehr Qualität [...]."
  • Vorziehen der Einführung des Bildungsbonus auf 2019, aufbauend:
    • 2019/20: 2 Mio. €,
    • 2020/21: 8 Mio. €,
    • 2022/23: 10 Mio. €.
  • "Die Mittel dienen dazu, Grundschulen und weiterführende Schulen in der Sekundarstufe I an prekären Standorten personell besser auszustatten." Laut Kieler Nachrichten vom 7. Dez. nennen die Koalitionäre als Beispiel Kiel-Gaarden und Kiel-Mettenhof, die u.a. zusätzliche Lehrkräfte und Sozialarbeiter realisieren können.
  • Ziel auch: höhere Anzahl gebundener Ganztagsschulen.
  • Zeitgleich: Unterstützung der Gymnasien bei G8-G9-Umstellung (NDR-Bericht) und beim Ausbau der Ganztagsangebote.

Kommentar des Vereins:

  • Die Vorverlagerung von 2020 auf 2019 verkürzt die Karenzzeit auf zwei Jahre. Dennoch dulden die akuten Bedarfe keinen Aufschub.
  • Die finanziellen Volumina ab 2020 scheinen plausibel, sofern sie tatsächlich primär den prekären Standorten zugute kommen.
  • Offen bleibt, ob die von uns präzisierten Erfolgsbedingungen zentrale Konzeptbausteine werden. Von System- und Leitungszeit ist bisher ebenso wenig die Rede wie von der Reduktion der Klassenfrequenzen.

02.12.2017: Bildungsexperten: Bildungssystem produziert Verlierer

Bericht / Petition

  • 186 Bildungsexperten - darunter äußerst renommierte - monieren in einem Brandbrief die persistierende Ungerechtigkeit des Bildungssystems.
  • Damit Bildungsgerechtigkeit nicht in immer weitere Ferne rückt, fordern sie einen Bildungsrat und starten eine Petition.
  • Details unter VI. auf der Seite "Wellenschlag".

10.10.2017: Gespräch "Schulen am Wind" - Bildungsministerium

  • 1. Gespräch zwischen "Schulen am Wind", Ministerin Karin Prien und der Schulaufsicht.
  • An die auf ausdrücklichen Wunsch der Ministerin vereinbarte Verschwiegenheit sieht sich das Ministerium - wie aus einer Mitteilung an die Kieler Nachrichten vom 8. Dez. hervorgeht - offenbar nicht mehr gebunden.
  • Deutlich wurde im Gespräch:
    • Mit einer zeitnahen Unterstützung ist nicht zu rechnen. Der Bildungsbonus kommt frühestens 2020.
    • Die Landesregierung fokussiert in konzeptioneller Hinsicht auf Aspekte wie Elternarbeit und Fortbildung.
    • Vom Verein identifizierte wesentliche Problembereiche und Erfolgsbedingungen wie System- und Leitungszeit oder die Rekrutierung geeigneter Nachwuchslehrkräfte wurden hingegen nicht thematisiert.
    • Die Frage der Reduzierung der Klassenfrequenzen bewertet "Schulen am Wind" nicht primär unter dem Aspekt des Lernerfolges, sondern - weit vorher - unter der Zielsetzung der Ermöglichung von Unterricht überhaupt.
  • Weitere Gespräche sind aus Sicht des Vereins vor diesem Hintergrund zurzeit nicht zielführend.
  • Atmosphärisch ging es eher frostig zu: Die Kaffeetassen blieben unberührt...

22.09.2017: Landtagssitzung zu "Schulen am Wind"

Plenarprotokoll:

  • Die AfD
    • fordert die Begrenzung der Klassenfrequenz auf 18 Schüler/innen als Sofortmaßnahme
    • spricht sich aus für die Erhebung der konkreten Belastung prekärer Standorte als Basis für die zeitnahe Einführung eines Sozialfaktors.
  • Die SPD
    • gibt an, der Verein stünde seit Ende 2016 in Kontakt mit dem Ministerium
    • bestätigt deutliche Standortunterschiede bei der Bewältigung der Aufgaben Integration, Inklusion und Differenzierung
    • votiert für die Einführung eines Sozialindex als Basis für die zusätzliche Förderung durch Lehrkräfte, Schulsozialarbeit und Geldmittel.
  • Die CDU
    • spricht sich aus für die Unterstützung insbesondere solcher Schulstandorte, in denen Migrationsquote, Transferleistungen etc. einen besonderen Unterstützungsbedarf erkennen lassen
    • votiert für die Erstellung eines Konzeptes bis zur 2. Jahreshälfte 2018.
  • Bündnis 90/Die Grünen
    • sprechen sich gegen die Senkung der Klassenfrequenzen aus, weil dies hinsichtlich der Schülerleistungen nicht wirksam sei
    • erwartet ein Konzept zur sicheren Identifizierung von Schulen mit besonderen Bedarfen und Aussagen zu wirkungsvollen pädagogischen Maßnahmen.
  • Die FDP
    • votiert für die Stärkung der präventiven Arbeit an Schulen und die Verbesserung der Schulsozialarbeit
    • lehnt die Reduzierung der Klassenfrequenzen ab.
  • Ministerin Karin Prien
    • spricht sich aus für gute Konzepte, eine bessere Personalausstattung - insbesondere in der frühkindlichen Bildung und den Grundschulen -, für mehr Lehrerfortbildungen und eine bessere Elternarbeit
    • bewertet das in Hamburg realisierte Konzept kritisch
    • gibt an, mit "Schulen am Wind" sei auch unter der alten Landesregierung bereits gesprochen worden. 

 

Kommentar des Vereins:

  • Parteiübergreifender Konsens besteht offenbar - entsprechend unserer Kernforderung - bzgl. der Notwendigkeit, Schulen mit besonderen Herausforderungen wirksamer zu unterstützen und die Ressourcenzuweisung abhängig zu machen von sozialen Indikatoren: Ungleiches ungleich behandeln!
  • Sofern der Verein "Schulen am Wind" gemeint ist , so hat es Gespräche mit diesem vor dem KN-Bericht vom 06.09.2017 nicht gegeben, weder unter der alten noch unter der neuen Landesregierung. Die aktuelle Debatte resultiert aus der jüngsten Initiative des Vereins.
  • Erstaunen darf der Ruf nach Konzepten und externer Expertise: "Schulen am Wind" stellen jeden Tag unter Beweis , dass sie sich - angesichts der Bedingungen eigentlich erwartungswidrig - bereits jetzt auf hohem professionellen Niveau zielführend um die Förderung ihrer Schülerinnen und Schüler bemühen.
  • Erstaunen darf insofern auch, dass die von uns formulierten Erfolgsbedingungen in der Debatte so gut wie keine Rolle spielen. Im Gegenteil: Insbesondere an der Wirksamkeit der Reduktion der Klassenfrequenzen  werden erhebliche Zweifel angemeldet. Hier geht es aber nicht primär um Lernerfolge, sondern überhaupt um die Ermöglichung von Unterricht. Es macht einen Unterschied, ob 5 I-Kinder, 20 % DaZ-Kinder und 3 "Systemsprenger" in einer Lerngruppe von 18 oder 27 Schüler/innen vertreten sind.
  • Erstaunen darf schließlich, dass die Debatte an keiner Stelle Bezug nimmt auf die Belastungssituation der Lehrkräfte und Schulleitungen sowie auf die Frage, wie es gelingen kann, überhaupt noch geeignetes Personal für Brennpunktschulen zu rekrutieren, ohne eine flankierende Unterstützung anbieten zu können. Diese Situation gefährdet den Bestand der Schulen hier und heute.
  • Fazit: Eine wirksame Unterstützung ist allenfalls am Horizont erkennbar. Die Landesregierung fasst 2020 ins Auge. Wetterbedingt dürften das für "Schulen am Wind"  drei (weitere) lange Jahre werden. 
  • Zu Hamburg: Das Hamburger System der Qualitätssicherung gilt unter Experten - auch hinsichtlich der Migrationsproblematik - derzeit als das fortschrittlichste in Deutschland, vgl. ZEIT 13. Okt. 2017.


22.09.2017: Ministerin Prien: Ankündigung eines "Bildungsbonus"

Presseerklärung:

  • Erarbeitung eines Konzepts unter Beteiligung von CAU, IPN und IQSH
  • kein "Gießkannenprinzip" 

20.09.2017: Antrag CDU / Grüne / FDP: Bildungsbonus einführen

Alternativantrag:

  • Schulen mit besonderen Herausforderungen mit "Bildungsbonus" stärken
  • Konzeptentwicklung bis 3. Quartal 2018 

14.09.2017: Antrag SPD: Erarbeitung eines "Sozialindex"

Alternativantrag:

  • Erarbeitung eines "Sozialindex" für schleswig-holsteinische Schulen
  • Beteiligung des Bundes

07.09.2017: Antrag AfD: Erarbeitung eines "Sozialfaktors"

Antrag:

  • Einführung eines "Sozialfaktors" bei der Lehrerzuweisung
  • Reduzierung des Klassenteilers auf 18

07.09.2017: Bericht der Kieler Nachrichten - Kontroverse um Brennpunktschulen

Bericht:

  • Kontroverse der GEW mit dem Bildungsministerium aufgrund der Vereinsgründung
  • Bildungsministerium kündigt "Bildungsbonus" erst für 2020 an
  • Ankündigung eines Meinungsaustausches zwischen Verein und Ministerium

06.09.2017: Kommentar des Redakteurs der KN, Jürgen Küppers

Kommentar:

  • "Respekt und Anerkennung" für das Öffentlichmachen der Aufgaben und Lösungsansätze

06.09.2017: Kieler Nachrichten: Kieler Pädagogen schlagen Alarm

Bericht:

  • Vereinsgründung zur Sensibilisierung für die Bedarfe von Schulen an prekären Standorten
  • Verein als Lobby für Schüler/innen mit besonderem Unterstützungsbedarf
  • Kriterien für eine erfolgreiche pädagogische Arbeit

25.08.2017: shz: Migration überfordert Schulen im Norden

Bericht aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts:

  •  Bildungsministerin Karin Prien spricht sich für eine "gute Mischung" aus, damit Integration gelingen kann: Mehr als 30 % Kinder mit schwachen Deutschkenntnissen seien nicht wünschenswert.
  • Für jede 10. Schule in Schleswig-Holstein trifft dies nicht zu. In 6 Gemeinschaftsschulen stellen diese Schüler/innen gar die Mehrheit.
  • Zum Schuljahr 2017/18 wechseln weitere 2732 Kinder aus DaZ-Basiskursen in die Regelklassen.
  • Ein Förderkonzept soll erst bis 2020 greifen.

05.04.2017: Eintrag im Vereinsregister des Amtsgerichts Kiel; Bestätigung der Gemeinnützigkeit


27.02.2017: Information des Bildungsministeriums über die Initiative


14.12.2016: Gründung des Vereins "Schulen am Wind e.V."